Archiv fürJanuar, 2008

Karneval???

Es ist mal wieder Wochenende. Sprich: Zeit für sinnlose Aktionen mit Philipp. Letztes Wochenende gab es eine sinnlose Rundfahrt durch Köln, diesen Samstag gab es eine sinnlose Shopping-Tour durch Köln. Naja, ganz so sinnlos war sie dann doch nicht, denn es sollte ein Karnevalskostüm dabei raus kommen. Also steuerten wir ganz zielstrebig den Kaufhof in der Schildergasse an und wurden in den 3. Stock geschickt, der zur Hälfte aus Karneval besteht. Inklusive Musik. Nach 5 harten Minuten des Durchkämpfens dann endlich ein Kostüm, ein Piratenkostüm. Okay. Dazu sei kurz angemerkt, dass es Ranglisten für die besten Baggerkostüme gibt. Bei Männern ganz weit vorne: Pirat, Cowboy, Pilot, Polizist. Sprich alles, was wir Frauen auch im normalen Leben toll finden. Bei Frauen: alles, was viel Haut zeigt und Berufszweige, die unter Männern als leicht zu haben gelten, also Krankenschwestern, Stewardessen, Schulmädchen, Cheerleader…

Wie wir da nun so im Kaufhof standen zwischen dem ganzen Polyester erinnerte ich mich an einen Karnevalladen in der Nähe vom Rhein, den ich im Sommer mal entdeckt hatte und dachte (was sich als Fehler herausstellte), dass wir dort bestimmt ein besseres Kostüm finden würden. Also griff ich den protestierenden Lück und wenig später fanden wir uns, allerdings mehr zufällig als geplant (Orientierung gehört immer noch nicht zu meinen Stärken…) im Karnevalsstore schlechthin. Zwei Etagen voll mit Kostümen, leider auch alle aus feinstem Polyester und Lederimitat. Dazu Massen von Menschen und Karnevalsmusik. Erwachsene Männer, die mir in Frau Antje aus Holland-Kostümen entgegen kommen und sich nicht mal wundern, wieso ich schallend lache… Aber zum Glück war ja da noch Philipp, als Hamburger noch weiter weg vom rheinländischen Verkleidungswahnsinn als ich Berliner Spaßbremse. Immer wieder tauschten wir „Was machen wir hier eigentlich?“-Blicke und Worte aus. Aber lange Rede kurzer Sinn, letztendlich kaufte sich Phlipp im Kaufhof (Jaaaaaaa…..) das Piratenkostüm, ich probierte auch einige Synthetik-Teile an, entschied mich dann aber doch gegen so ein Müffelmonster. Aber als was ich nun gehen soll, das weiß ich immer noch nicht… Denn das letzte Mal „Fasching“ ist ca. 20 Jahre her und damals ging ich als Katze, Vampir oder Prinzessin, alles Kostüme, die ich mir heute nicht mehr wirklich vorstellen kann. Naja, lasst Euch überraschen, nächstes Wochenende ist es nämlich unvermeidbar. Ich werde verkleidet durch Köln ziehen und „Viva Colonia“ und „Alaaf“ gröhlen… Oder „Ich bin ein Berliner, hol mich hier raus….“, aber nee, das sollte ich nicht tun, sonst beißen die noch in mich rein!!

Besuch! Besuch!

Es hat sich was getan, es ist was passiert und es hatte nichts mit Arbeiten zu tun! Ich hatte tatsächlich Besuch. Die berühmten Stand By um die Weltreiser Heike und Christian haben mich in Köln mit ihrer Anwesenheit beehrt! Zwar nur kurz, aber sie waren da.

Nachdem ich während des Wartens mal wieder eine Begegnung der dritten Art mit einem Telekommunikationsunternehmen im Starbucks hatte – aber lassen wir das jetzt – sind wir gleich mal ins Maredo eingefallen, weil es das nämlich NUR in Köln gibt. Dort bekam Heike ein noch muhendes Steak serviert, während Christian und ich uns dem Techi-Talk hingaben. Am Abend sollte dann Köln von den Berliner Partygangstern unsicher gemacht werden. Hierzu wurde auch die Susi hinzugerufen, schließlich ist sie ja auch ein Kind des Ostens. Nachdem ich dann den beiden ein Kölsch kredenzt hatte, stand einem Abend in Köln´s Kneipen eigentlich nichts mehr im Weg… Aber da war noch der Jetlag von Susi und Christian, und so fanden wir uns zu überraschend früher Stunde wieder in meinen 4 Wänden und versuchten zum klappernden Dach zu schlafen.

Doch der Höhepunkt sollte am nächsten Morgen erfolgen. Und zwar in Form eines Frühstücks. Man sollte immer 2 Mal überlegen, bevor man auf einer belebten Frühstücksstraße am Sonntag Mittag in ein leeres Restaurant geht. Es wird immer einen Grund haben. Zum Beispiel, dass man (ich) French Toast bestellt und es leider „aus“ ist, weil kein Toast mehr da ist. An einem Sonntag. In einem Frühstücksladen. Außerdem war der Kellner etwas überfordert unsere Bestellung zu erfassen und dann auch in sowas wie ein Frühstück umzusetzen und zwar in angemessener Zeit. Für Details verweise ich aber lieber auf den Blog des Leidensgenossen Philipp

Ja und dank des langen Frühstücks mussten die beiden dann auch schon wieder Stand by nach Berlin zurück fliegen, während ich von Phlippp im Smart flippermäßig einmal durch ganz Köln gepingt wurde. Aber zum Karneval kommen sie schon wieder! Oder???

Rechtsabbiegender Linksabbieger

Ich gewöhne mich ja an Köln, so ganz langsam. Aber nachdem ich nun auch mein Auto hier habe, kommen neue Anpassungsschwierigkeiten auf mich zu. Beim Umzug musste ich schon schmerzlich erfahren, was es bedeutet, in Köln eine Tankstelle und wieder nach hause zu finden. Doch die letzten Erfahrungen im Straßenverkehr gaben mir den Rest und ich überlege ernsthaft, ob ich mein Auto nicht doch wieder in Berlin stehen lasse.

Letztes Wochenende war mal wieder Waschtag. Glücklich, dass ich die 50 kg Wäsche nun wenigstens nicht bis zum Waschsalon schleppen musste, sondern nur bis zum Auto, begab ich mich zu eben solchem. Aber was musste ich da sehen? Irgendein Assi hatte meinen Spiegel abgefahren! Dieser hing nun leblos an der Fahrertür herab und musste nun von mir in die Scheibe eingeklemmt werden, damit er bei der Fahrt nicht ständig den „gepflegten“ Lack missbrauchte. Soviel aber nur zur Vorgeschichte.

Der letzte Donnerstag sollte nicht mein Tag werden. Ein Kühlschrank sollte in unser neues Büro geliefert werden. Zwischen 7.30 und 13 Uhr. Mareen stellte sich also den Wecker auf 6 Uhr und wachte dann tatsächlich auch um 7.37 Uhr auf, weil ihr Telefon klingelte und die liebe Heike am anderen Ende fragte, ob es sehr einsam im Büro ist. STRESS! Fragt nicht, wie ich es geschafft habe, um 8.10 tatsächlich im Büro zu sein, aber ich denke, das spiegellose Auto war da doch eine große Hilfe. Dort angekommen fiel mir dann aber auf, dass am Abend noch Kultur in Form von Theater anstand und ich aussah, als hätte ich verschlafen und nur schnell das erstbeste, bedeckende Etwas übergeworfen.

Also bin ich in der Mittagspause nochmal nach hause gefahren, um mich theatertauglich anzuziehen. Auf dem Rückweg gab es eine für Köln typische Situation. Kein Auto hinter mir, kein Auto kommt mir entgegen. Wenn ich jetzt nach links abbiege, spare ich mir ca. 1 km Umweg mit U-Turn oder auch 5 Min. Zeit. Aber da ist dieses Schild. Weißer Pfeil auf blauem Grund. Der Pfeil zeigt nach vorne und nach rechts. Die Fahrschule hat mich gelehrt, hier darf man nicht links abbiegen. Kurze Schrecksekunde, schon reiße ich das Steuer nach links. Ha, Ihr doofen Kölner mit Eurer Linksabbiege-Phobie, Euch habe ich es gezeigt!! Ein paar Meter weiter steht auf einmal ein Mann in grün auf der Straße und zeigt auf mich und dann auf den Straßenrand…
Ich halte an, lächle gewinnend.

Grüner Mann 1 guckt auf meinen im Fenster eingeklemmten Spiegel, zuppelt kurz dran rum und sagt: „Aha… Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!“

Ich krame und wühle und übergebe ihm reumütig das Gewünschte.

Grüner Mann 1: „Frau Günther, Sie sind da vorne links abgebogen. Das ist nicht erlaubt. Und das WISSEN Sie auch.“

Ich: „Ähöm.“

Grüner Mann 1: „Und dann auch noch ohne Spiegel.“

Ich: „Ja, also, ich komme ja aus Berlin…“

Grüner Mann 1: „Jetzt kommen Sie mir nicht so. Da darf man auch nicht links abbiegen, wenn das verboten ist.“

Ich (überlege kurz): „Ja gut, aber da darf man wenigstens ÜBERHAUPT links abbiegen.“

Grüner Mann 1: „Tja, das ist halt so in Köln. Das hat auch einen Grund.“

Ich: „Ach echt?“

Grüner Mann 1: „Ich würde dann ein Verwarnungsgeld in Höhe von 30 Euro vorschlagen. Können Sie gleich mit ec-Karte bezahlen.“

Wenig später halte ich einen ec-Kartenbeleg mit dem Logo der NRWschen Polizei in den Händen und frage mich, wieso der Grüne Mann 1 mir immer noch nicht erklärt hat, wieso man in Köln immer erst rechts abbiegen muss, um 1 km weiter einen U-Turn zu machen und dann wieder rechts abzubiegen. Aber ich bin lieber ruhig, lächle den Grünen Mann 2 an, der die ganze Zeit nichts gesagt hat, sondern nur die Beifahrertür bewacht hat. Er lächelt nicht, sondern sagt nur „Ciao“. Ich steige auch wieder ein, fahre ins Büro und weiß schon jetzt – ich werde es wieder tun!