Archiv fürbekloppte Kölner

Karneval!!!

Es ist vorbei, zwar noch nicht offiziell, aber zumindest für mich. Morgen hat mich die Arbeit wieder und ich bin um eine Erfahrung reicher – ich habe Karneval gefeiert!!! Nachdem Weiberfastnacht leider im Zeichen der Pflicht stand und Freitagabend zum entspannen genutzt werden musste, war Samstag der auserkorene Tag, es zu tun! In den zwei Tagen davor, kam ich mir immer wieder etwas doof vor. Denn ich gehörte zu den 10 % der kölschen Bevölkerung, die NICHT verkleidet war. Doch dann war ich auf einmal selber ein Cowgirl und musste erstmal alleine zu Susi kommen. Ich fühlte mich völlig bescheuert, aber man wird hier tatsächlich nicht weiter beachtet, wenn man mit dem Cowboy-Hut, ner Waffe am Gürtel und nem Lasso durch die Stadt läuft…

Nachdem ich den Piraten (Philipp), die Hexe (Susi), die Transe (Nicole) und Baby-Spice aka Miss England (Julia) eingesammelt hatte, ging es auch schon los in die Friesenstraße. Die Straßenbahn war voll mit KGB-Offizieren, ägyptischen Königinnen und Kuscheltieren in allen Varianten. Auch wenn ich schon ein paar Kölsch im Blut hatte, kam mir immer wieder der Gedanke „Was mache ich eigentlich hier???“. Zum Glück war ich aber nicht allein, denn keiner außer Julia kommt aus Köln und deswegen warfen wir uns alle immer wieder erstaunte Blicke zu. Doch spätestens als wir im Goldfinger angekommen waren, war alles normal und wir machten ganz professionell das, was von uns verlangt wurde: Party!!

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Ich habe mitgegröhlt zu „Viva Colonia“, „Drink noch ene met“ und „Ich hab zwei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“ und was soll ich sagen? Es hat sogar Spaß gemacht! Was sicher zu einem sehr großen Teil an den tollen Leuten gelegen hat, die mit waren und die im Goldfinger um uns herumstanden! Aber ich gebe den Kölnern Recht, Karneval macht Spaß und nächstes Jahr bin ich wieder dabei!!

Karneval???

Es ist mal wieder Wochenende. Sprich: Zeit für sinnlose Aktionen mit Philipp. Letztes Wochenende gab es eine sinnlose Rundfahrt durch Köln, diesen Samstag gab es eine sinnlose Shopping-Tour durch Köln. Naja, ganz so sinnlos war sie dann doch nicht, denn es sollte ein Karnevalskostüm dabei raus kommen. Also steuerten wir ganz zielstrebig den Kaufhof in der Schildergasse an und wurden in den 3. Stock geschickt, der zur Hälfte aus Karneval besteht. Inklusive Musik. Nach 5 harten Minuten des Durchkämpfens dann endlich ein Kostüm, ein Piratenkostüm. Okay. Dazu sei kurz angemerkt, dass es Ranglisten für die besten Baggerkostüme gibt. Bei Männern ganz weit vorne: Pirat, Cowboy, Pilot, Polizist. Sprich alles, was wir Frauen auch im normalen Leben toll finden. Bei Frauen: alles, was viel Haut zeigt und Berufszweige, die unter Männern als leicht zu haben gelten, also Krankenschwestern, Stewardessen, Schulmädchen, Cheerleader…

Wie wir da nun so im Kaufhof standen zwischen dem ganzen Polyester erinnerte ich mich an einen Karnevalladen in der Nähe vom Rhein, den ich im Sommer mal entdeckt hatte und dachte (was sich als Fehler herausstellte), dass wir dort bestimmt ein besseres Kostüm finden würden. Also griff ich den protestierenden Lück und wenig später fanden wir uns, allerdings mehr zufällig als geplant (Orientierung gehört immer noch nicht zu meinen Stärken…) im Karnevalsstore schlechthin. Zwei Etagen voll mit Kostümen, leider auch alle aus feinstem Polyester und Lederimitat. Dazu Massen von Menschen und Karnevalsmusik. Erwachsene Männer, die mir in Frau Antje aus Holland-Kostümen entgegen kommen und sich nicht mal wundern, wieso ich schallend lache… Aber zum Glück war ja da noch Philipp, als Hamburger noch weiter weg vom rheinländischen Verkleidungswahnsinn als ich Berliner Spaßbremse. Immer wieder tauschten wir „Was machen wir hier eigentlich?“-Blicke und Worte aus. Aber lange Rede kurzer Sinn, letztendlich kaufte sich Phlipp im Kaufhof (Jaaaaaaa…..) das Piratenkostüm, ich probierte auch einige Synthetik-Teile an, entschied mich dann aber doch gegen so ein Müffelmonster. Aber als was ich nun gehen soll, das weiß ich immer noch nicht… Denn das letzte Mal „Fasching“ ist ca. 20 Jahre her und damals ging ich als Katze, Vampir oder Prinzessin, alles Kostüme, die ich mir heute nicht mehr wirklich vorstellen kann. Naja, lasst Euch überraschen, nächstes Wochenende ist es nämlich unvermeidbar. Ich werde verkleidet durch Köln ziehen und „Viva Colonia“ und „Alaaf“ gröhlen… Oder „Ich bin ein Berliner, hol mich hier raus….“, aber nee, das sollte ich nicht tun, sonst beißen die noch in mich rein!!

Rechtsabbiegender Linksabbieger

Ich gewöhne mich ja an Köln, so ganz langsam. Aber nachdem ich nun auch mein Auto hier habe, kommen neue Anpassungsschwierigkeiten auf mich zu. Beim Umzug musste ich schon schmerzlich erfahren, was es bedeutet, in Köln eine Tankstelle und wieder nach hause zu finden. Doch die letzten Erfahrungen im Straßenverkehr gaben mir den Rest und ich überlege ernsthaft, ob ich mein Auto nicht doch wieder in Berlin stehen lasse.

Letztes Wochenende war mal wieder Waschtag. Glücklich, dass ich die 50 kg Wäsche nun wenigstens nicht bis zum Waschsalon schleppen musste, sondern nur bis zum Auto, begab ich mich zu eben solchem. Aber was musste ich da sehen? Irgendein Assi hatte meinen Spiegel abgefahren! Dieser hing nun leblos an der Fahrertür herab und musste nun von mir in die Scheibe eingeklemmt werden, damit er bei der Fahrt nicht ständig den „gepflegten“ Lack missbrauchte. Soviel aber nur zur Vorgeschichte.

Der letzte Donnerstag sollte nicht mein Tag werden. Ein Kühlschrank sollte in unser neues Büro geliefert werden. Zwischen 7.30 und 13 Uhr. Mareen stellte sich also den Wecker auf 6 Uhr und wachte dann tatsächlich auch um 7.37 Uhr auf, weil ihr Telefon klingelte und die liebe Heike am anderen Ende fragte, ob es sehr einsam im Büro ist. STRESS! Fragt nicht, wie ich es geschafft habe, um 8.10 tatsächlich im Büro zu sein, aber ich denke, das spiegellose Auto war da doch eine große Hilfe. Dort angekommen fiel mir dann aber auf, dass am Abend noch Kultur in Form von Theater anstand und ich aussah, als hätte ich verschlafen und nur schnell das erstbeste, bedeckende Etwas übergeworfen.

Also bin ich in der Mittagspause nochmal nach hause gefahren, um mich theatertauglich anzuziehen. Auf dem Rückweg gab es eine für Köln typische Situation. Kein Auto hinter mir, kein Auto kommt mir entgegen. Wenn ich jetzt nach links abbiege, spare ich mir ca. 1 km Umweg mit U-Turn oder auch 5 Min. Zeit. Aber da ist dieses Schild. Weißer Pfeil auf blauem Grund. Der Pfeil zeigt nach vorne und nach rechts. Die Fahrschule hat mich gelehrt, hier darf man nicht links abbiegen. Kurze Schrecksekunde, schon reiße ich das Steuer nach links. Ha, Ihr doofen Kölner mit Eurer Linksabbiege-Phobie, Euch habe ich es gezeigt!! Ein paar Meter weiter steht auf einmal ein Mann in grün auf der Straße und zeigt auf mich und dann auf den Straßenrand…
Ich halte an, lächle gewinnend.

Grüner Mann 1 guckt auf meinen im Fenster eingeklemmten Spiegel, zuppelt kurz dran rum und sagt: „Aha… Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!“

Ich krame und wühle und übergebe ihm reumütig das Gewünschte.

Grüner Mann 1: „Frau Günther, Sie sind da vorne links abgebogen. Das ist nicht erlaubt. Und das WISSEN Sie auch.“

Ich: „Ähöm.“

Grüner Mann 1: „Und dann auch noch ohne Spiegel.“

Ich: „Ja, also, ich komme ja aus Berlin…“

Grüner Mann 1: „Jetzt kommen Sie mir nicht so. Da darf man auch nicht links abbiegen, wenn das verboten ist.“

Ich (überlege kurz): „Ja gut, aber da darf man wenigstens ÜBERHAUPT links abbiegen.“

Grüner Mann 1: „Tja, das ist halt so in Köln. Das hat auch einen Grund.“

Ich: „Ach echt?“

Grüner Mann 1: „Ich würde dann ein Verwarnungsgeld in Höhe von 30 Euro vorschlagen. Können Sie gleich mit ec-Karte bezahlen.“

Wenig später halte ich einen ec-Kartenbeleg mit dem Logo der NRWschen Polizei in den Händen und frage mich, wieso der Grüne Mann 1 mir immer noch nicht erklärt hat, wieso man in Köln immer erst rechts abbiegen muss, um 1 km weiter einen U-Turn zu machen und dann wieder rechts abzubiegen. Aber ich bin lieber ruhig, lächle den Grünen Mann 2 an, der die ganze Zeit nichts gesagt hat, sondern nur die Beifahrertür bewacht hat. Er lächelt nicht, sondern sagt nur „Ciao“. Ich steige auch wieder ein, fahre ins Büro und weiß schon jetzt – ich werde es wieder tun!